Projekt Augenarzt-Fachausbildung in Äthiopien

In Äthiopien versorgen ca. 100 Augenärzte die Gesamtbevölkerung von etwa 80 Mio. Menschen. Verglichen mit Deutschland (7.400 Augenärzte…!) wäre das in etwa so, als wenn ein Augenarzt die Kreisgebiete Olpe, Siegen-Wittgenstein und Märkischer Kreis oder fünf Ärzte die gesamte Bevölkerung in Rheinland-Pfalz versorgen müssten. Zudem sind die Ärzte aufgrund der großen Entfernungen – Äthiopien ist etwa dreimal so groß wie Deutschland – und der schlechten Infrastruktur nur unter größten Strapazen zu erreichen. Mehr als 70.000 Äthiopier erblinden jährlich. Hauptursache ist, wie in anderen afrikanischen Staaten, der Graue Star (Katarakt). Aber auch Grüner Star (Glaukom) und Infektionen wie das Trachom, das häufig bereits bei Kindern zur Erblindung führt mit der Folge, dass die Betroffenen vom Zugang zu Bildung abgeschnitten werden, spielen eine bedeutende Rolle. Vor diesem Hintergrund besteht ein hoher Bedarf an besserer augenärztlicher Versorgung.

Die mehrjährige Ausbildung muss von den Betreffenden jedoch komplett selbst bezahlt werden, zudem ist eine Erwerbstätigkeit während dieser Ausbildung kaum oder nicht möglich. Gemeinsam mit anderen Lions-Clubs finanzieren wir daher einem äthiopischen Arzt die augenärztliche Facharztausbildung. Der Stipendiat ist im Gegenzug verpflichtet, für mindestens vier Jahre für ein von der Christoffel-Blindenmission ausgewähltes Projekt tätig zu sein.

Fähigkeiten

Gepostet am

Juni 22, 2015